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Lauschrausch: Federico Aubele

Die monatliche Kolumne zu Musik aus Lateinamerika, der Karibik, Spanien und Portugal. Hier findet ihr Folklore, Latinjazz, Rock und Elektroakustik neben Speedmetal, Funk und Kammermusik. Ob Tango, Kaseko, Guajira, Flamenco, Fado, Axé, Punta oder die Mischung aus allem, hier kommt es auf den Prüfstand. Vorgehört und serviert von Torsten Eßer.

Federico Aubele
Gran Hotel Buenos Aires
ESL 072

Gitarre plus Dub-Rhythmen aus dem Synthie, dazu die sanften Stimmen von Sängerinnen wie Sumaia oder Gabriela Maiaru: Der Argentinier Federico Aubele präsentiert auf seinem Debutalbum entspannte Musik, Sound-Collagen aus lateinamerikanischem Gitarrenspiel, elektronischen Klängen und spanischem Gesang. Fast alle Instrumente spielt er selbst, seine Leidenschaft gilt jedoch der Gitarre. Da er jahrelang als DJ in der Clubszene von Buenos Aires gearbeitet hat, unterlegt er sein sehr dezentes Spiel mit Dub-Rhythmen. Kein Wunder, dass sein Demo-Band den Labelchefs von ESL, Rob Garza und Eric Hilton, auf Anhieb gefallen hat: Mit ihrer Gruppe Thievery Corporation produzieren sie ähnlich relaxte Sounds.

Aubele macht neben entspannten Liedern aber auch gelungene Experimente: So besteht "El amor de este pueblo" aus Fragmenten einer Rede Evita Perons an das argentinische Volk, die mit elektronischer Musik und Gitarre unterlegt wurden. Geschrieben wurde es im Dezember 2001, während der ersten Proteste gegen die ökonomische Krise in Argentinien, als fünf Präsidenten sich innerhalb von zwei Wochen die Klinke in die Hand gaben.


"Mona" basiert auf einer mitgeschnittenen Lesung des Schriftstellers Gonzalo Garces. "Gran Hotel Buenos Aires" zeigt, dass argentinische Musiker der allgemeinen Lähmung entkommen und sogar international neue Impulse geben können.

Text: Torsten Eßer
Foto: amazon.de

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