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Glover´s reef – northeast cay

Wir lassen den Five-Blue-Lake N.P. und die Stadt Dangriga erst einmal links liegen; der Southern Highway ist nichts anderes als ein rot-sandiger Weg, der nur in den Dörfern asphaltiert ist. 20 Meilen weiter biegen wir links ab und fahren zu Glover´Reef Rest. Hier – am Fluss – campen wir zwei Nächte, um Sonntag auf das Glovers-Riff zu starten. Unser Glück wäre vollkommen, wenn es die ständig beißenden Sandfliegen nicht gäbe.

Wir melden uns für die einwöchige Tour auf das Riff in einem Laden an, dessen Boss den Käpt´n informiert und die Reservierung vornimmt. Sonntag soll der Schiffstransport zum Atoll erfolgen.

Um 6 Uhr morgens werden wir wach und rüsten uns zur Abfahrt. Den VW-Bus können wir beim Platzwart (und Koch) sicher abstellen. Vorgepackt ist schon. Gipsy bewährt sich wieder als kleines Packwunder mit accouresse und Präzision, doch langsam läuft uns die Zeit davon, denn um 8 Uhr soll der Start erfolgen.

Gemach, erst wird gefrühstückt! Zwei hart gekochte Eier deuten eher auf Ostern denn auf die Vorweihnachtszeit hin.

Gegen 7.30 Uhr erscheint der Kapitän, begutachtet unser Gepäck und setzt eine undefinierbare Miene auf.
„Ist wohl etwas viel?“, meint Gipsy begütigend. „Nein, nein!“, erwidert er, „das kriegen wir noch mit.“ Ab 8.15 Uhr fahren wir mit einem Truck zum 2,5 Meilen entfernten Ankerplatz ans Flussufer.

Hier bereitet die Verstauung der Fracht bei so vielen helfenden Händen keine Schwierigkeit. Jeder der Gäste packt mit an. Wir sind glücklich an Bord mit 20 Leuten, meist sehr junge Pärchen, dazu noch der schmale stets reservierte Kapitän und sein Rastalockenassistent.

Das Segelschiff selber ist etwa 50 Fuß (circa 17,5 m) lang und hat einen Motor, mit dessen Hilfe die ganze Fahrt von ca.40-45 Meilen in 4,5 Stunden zurück gelegt wird.

Eine halbe Stunde fahren wir den Fluss hinunter, dessen Ufer tropische Pflanzen säumen. Wir sehen Iguanas von ca.1 m Länge auf den Bäumen sitzen, dann natürlich Seevögel wie Pelikane, Reiher und Fregattvögel. Sogar ein etwa 1,5m langer caiman liegt faul in der Sonne und rührt sich nicht.

Wir erreichen das offene Meer, doch die Fahrt wird kaum unruhiger. Der Wind bläst uns angenehm um die Nase, ab und zu spritzt Gischt über den Körper. Nach zwei Stunden fahren wir an verschiedenen Cays vorbei. Dort, wo sich Untiefen befinden – in Riffnähe – leuchtet das Meer türkisfarben. Doch wir brauchen noch einmal gut zwei Stunden bis zur Glovers Reef Marine Reserve, wo unser Northeast-Cay liegt. Endlich sind wir da: ein Eiland unter Kokosnußpalmen, so wie wir es uns erträumt haben.

Zunächst ist Ausladen angesagt, dann findet eine Führung und Instruktion statt. Alle „Örtlichkeiten“, Brunnen etc. werden besichtigt, auch die Schnorchelstellen. Ein Hai erscheint zu unserer Begrüßung. Er ist 1,50 m lang aber ungefährlich, so unser Kapitän. Wir richten uns in unserer Hütte ein, direkt am Ufer des Meeres an einem schattigen Platz. Die Hütte hat eine Grundfläche von ca. 3 x 4 Metern und ist aus solidem Holz auf Stelzen gebaut. Davor ist eine kleine Terrasse. Erster Kontakt mit dem Meer wird aufgenommen. Es ist zwar warm, doch auch wieder angenehm erfrischend.

Am Abend quält sich Gipsy mit dem Kerosin-Öfchen herum, bis sie den Trick heraus hat. Auch Kokusnuß-Öffnen will gelernt sein! Die Kokosmilch vermischt mit Rum schmeckt köstlich, wie wir ja schon wissen.

Da es um 6 Uhr schon dunkel ist, ist das Hantieren mit der Taschenlampe notwendig. Die Kerze wird vom Wind ausgeblasen. Draußen dagegen spendet der Sternenhimmel ausreichend Licht.

Wir lehnen uns weit zurück und blicken hinauf. Je zwei Campari-Sodas versüßen den Abend zusätzlich. Wir haben wieder jenes unsagbare Glücksgefühl, das einen auf einem cayo in der Karibik erfüllt. Erholung von der Erholung sozusagen. Ist der Preis wichtig? Nein, aber informativ : pro Woche pro Person: inkl. Transport U$ 99 + 7 % TAX + 10 U$ Eintrittsgebühr in das Ressort (Nationalpark), Verpflegung und Getränke sind mitzubringen.

Der gestrige Abend wurde ein Spielabend bei Kerzenschein. Die Nachbarn machen noch ein Lagerfeuer aus Kokosnußresten. Doch um 9 Uhr ist alles ruhig. Man schläft gesund hier. Kein Insekt stört die Nachtruhe. Draußen, vor dem Riff, hört man das beständige Rauschen der Brandung.