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Ceriux aus der Rioja

Jetzt wird’s traubig hopfig. Die beiden typisch spanischen Rebsorten Viura (weiß) und Tempranillo (rot) sind neben Hopfen und Malz die Grundbestandteile der Biere der noch jungen Brauerei Ceriux in Nalda, inmitten der Rioja gelegen.

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Nach der ganzen Einheitsbrauerei auf Basis diverser US-amerikanischer Citrus-Hopfen hätte ich der spanischen cerveza artesanal (craft beer) schon fast den Rücken gekehrt. Eine glückliche Fügung jedoch geleitete mich nach längerer Abstinenz wieder einmal in den Spirituosen-Supermarkt Wine Palace.

Schon im zweiten Regal ziehen mich unbekannte Biersorten in ihren Bann. Neben den oben beschriebenen Langweilern finde ich Ceriux, ein Bier aus dem Herzen des Weinbaus. Das Etikette verweist bereits in der ersten Zeile auf die Herkunft des Ceriux: La Rioja. Damit ist ein klares Zeichen gesetzt. Dieses Bier hat auf jeden Fall etwas mit Wein zu tun. Auf der Rückseite findet sich unter Zutaten dann auch „Exotisches“: Trauben-Most. Die Spannung wächst.

Der Wine Palace bietet Ceriux in zwei Sorten an: Rubia und Tostada. Ich entscheide mich für das helle Ceriux Rubia. Die kleinere Varianten von 375 ml gegenüber 750 ml soll erst einmal reichen.

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Wir schnuppern und trinken vor dem Kamin

Es ist der Abend der Heiligen drei Könige, die in Spanien die Geschenke bringen. Lassen wir uns also von Ceriux beschenken.

Die Flasche ist schwer. Sie erinnert auch durch ihre Form eher an Champán. Diese Assoziation unterstützt das Logo am Flaschenhals. Es zeigt eine Weintraube.

Im Glas schmückt das Ceriux Rubia ein weißer, kleinporiger Schaum, der lange bestehen bleibt. Die Farbe des Bieres ist gelb-orange mit schwacher Trübung – der Jahreszeit geschuldet, passt die spanische Übersetzung besser: ligeramente nebuloso (leicht neblig).

Wir sind zu dritt, was die Verkostung nicht unbedingt objektiver macht, aber zumindest mehrere subjektive Einschätzungen zulässt.

Sehr fruchtig und heftig prickelnd. Mein Eindruck ist schweres Zitrusobst, etwa Pomelo.

Wie Brause, Waldmeisterbrause. Ich muss unweigerlich an Berliner Weiße denken.

Oder Kambucha.

Das ist mir zu schwer, zu geschmacksintensiv. Allerdings hat es bis auf das Prickeln keinen Nachgeschmack. Hat das Bier erst einmal die Zuge verlassen, bleibt nichts zurück.

Das Prickeln geht ins Hirn, bis an die Schädeldecke.

Mein Fazit: Echte Alternative für das Anstoßen mit Sekt zu Silvester.

Was knabbern und speisen?

In Spanien ist es nicht zuletzt durch den Starkoch und Bierschöpfer Ferran Adrià Usus geworden, jedem Bier eine Empfehlung mit auf den Weg zu geben, zu welchen Speisen es besonders gut passt.

Das Ceriux Rubia eignet sich scheinbar hervorragend zu grünem Salat, zu Meeresfrüchten, egal ob roh mariniert, plochiert oder gebraten, zu Schnecken und Tintenfisch. Zu Pan con Tomate (Weißbrot mit Olivenöl, Tomate, gern auch Knoblauch und Salz), zu „blauem“ Fisch oder zu deutsch Fettfisch (Fische mit hohem Anteil an Omega 3 Fettsäuren wie Lachs, Makrele, Hering, Aal, Seezunge…). Zur japanischen Küche basierend auf Sojasoße und Wasabi. Und nicht zu vergessen zu Apfelkuchen, Käse und Füchten.

Hätte ich doch die große Flasche nehmen sollen?