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[kol_4] Lauschrausch: Barcelona brodelt

Diverse
Barcelona Raval Sessions II
Satélite K/ Exil 6622-2

Seit einigen Jahren ist der Barcelona-Mestiza-Sound angesagt und auch in diesem Sommer wird kräftig nachgelegt: Im Gegensatz zur 1. Barcelona Raval Sessions aus dem Jahre 2002 wird auf der zweiten Compilation jedoch auch Musik präsentiert, die nicht in der Stadt entstanden ist. So hört man hier Stücke von Boss Phobie aus Frankreich oder Amadou & Mariam, was die Qualität der Doppel-CD zwar nicht schmälert, aber ihren Titel unsinnig erscheinen lässt.

"Raval Sessions II" überrascht durchweg mit spritzigen und sehr tanzbaren Stücken, die aus Rhythmen und Einflüssen aller Himmelsrichtungen und "westlicher" Elektronik zusammengemixt werden,

Vertreten sind alte Bekannte wie Cheb Balowski, Ojos de Brujo oder Muchachito, aber auch viele Nachwuchsbands und DJ-Kollektive wie Radio Malanga oder Sr. Zambrana. Die Coverversion von "A forest" (The Cure) der Band 08001 ist leider weit hinter dem Möglichen zurückgeblieben.


Nubla
Voayeur
Mundo Zurdo/ Exil 6688-2

Das neue Album von Nubla - auf der Compilation mit dem schönen Caetano Veloso-Klassiker "Tigresa" vertreten - kann mich nicht begeistern:

Zwar haucht Nubla ihren Gesang mit schöner Stimme in die Elektronischen Downtempo-Klangteppiche, aber das ist nichts Neues. (vergleiche die britischen Triphoper, Bebel Gilberto u.a.) Schöne Hintergrundmusik, aber nicht mehr!


Patriarcas de la Rumba
Cosa Nostra [+DVD]
Satélite K/ Exil 6857-2

Die alten Herren der Rumbatruppe Patriarcas de la Rumba hingegen lassen in ihrem Beitrag auf Raval Sessions II den gewissen Funken überspringen. Ihre Spiel- und Gesangsfreude ist ansteckend, selbst für einen nicht so großen Rumba-Anhänger. Unterstützt werden sie von den Musikern der Gruppe Sabor de Gracia.

Und auch die Ironie in vielen der traditionellen Texte (und in den Coverfotos, die die Tios als Mafiosi darstellen sollen) macht Spaß: Katalanische gitanos in Höchstform!



Wagner Pa
Melic
Boacor/ Exil 6767-2

Nicht auf dem Sampler vertreten ist - erstaunlicherweise - der in Barcelona lebende Brasilianer Wagner Pa.

Sein neustes Werk "Melic" - Bauchnabel in català - ist eine gelungene Mischung aus Afro-Funk, Samba, Jazz, Ska und weiteren Zutaten, wie zum Beispiel dem brasilianischen Maracatú-Rhythmus in der Hommage an die Gottheit "Eleguá" oder der Salsa in "Cara Nueva".


Im ruhigeren Titel "Boomerang" schaut auch sein berühmter Kollege Chico César mal vorbei. Kaufen!

Text: Torsten Eßer
Fotos: amazon.de