ed 08/2013 : caiman.de

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spanien: Auf dem Jakobsweg mit Don Carmelo und Cayetana
Neunte Etappe: Im Schlaraffenland der Rioja
BERTHOLD VOLBERG
[art. 1] druckversion:

[gesamte ausgabe]


brasilien: Papamania an der Copa (Bildergalerie)
Der neue Papst in Rio de Janeiro
THOMAS MILZ
[art. 2]
mexiko: Ek Balam – Schwarzer Jaguar (Bildergalerie)
SÖNKE SCHÖNAUER
[art. 3]
cuba: Ein wahrhafter Sonero
TORSTEN EßER
[art. 4]
erlesen: Pata negra vs. Schwarzer Mohn
DIRK KLAIBER
[kol. 1]
amor: Wortspiele und Lebensweisheiten (Teil 13)
CAMILA UZQUIANO
[kol. 2]
macht laune: Biographie eines Sehnsuchtsortes
Dawid Danilo Bartelts Buch Copacabana
THOMAS MILZ
[kol. 3]
lauschrausch: Sommerliche Klänge aus Kuba
TORSTEN EßER
[kol. 4]

[art_1] Spanien: Auf dem Jakobsweg mit Don Carmelo und Cayetana
Etappen [12] [11] [10] [9] [8] [7] [6] [5] [4] [3] [2] [1]
Neunte Etappe: Im Schlaraffenland der Rioja
 
25. August 2012. Wir brechen früh auf in der Pilgerherberge von Torres del Río. Besonders Cayetana hat es sichtlich eilig, nach all den entbehrungsreichen Wanderungen durch arkadische Einsamkeiten in die Hauptstadt der Rioja zu kommen: „Logroño – endlich mal eine richtige Stadt nach all den…“ „Jetzt sag nicht wieder Käffer“, falle ich ihr vorsorglich ins Wort.

Sie ist wirklich sehr ungeduldig, mit großen Schritten marschiert sie gen Westen, ich kann kaum mithalten, normalerweise ist es früh morgens umgekehrt. Sogar als es jetzt anfängt zu regnen (!), warte ich vergeblich auf ihre Klagen, unbeirrt setzt sie ihren Logroño-Eroberungsmarsch fort.



Zugegeben: bei über 30° Grad ist ein Regenschauer auch nicht wirklich beeinträchtigend, sondern eher erfrischend. Allerdings wird der Regen resoluter, so dass er uns in Viana, dem letzten Ort in Navarra, zu einer Frühstückspause zwingt. Die Kirche ist leider geschlossen, aber davor erinnert eine Gedenktafel an die berühmteste Person, die hier ihr Unwesen getrieben hat: Cesare Borgia. „Dieser Hurensohn“, entfährt es Cayetana beim Anblick des eingravierten Namens. Der „Hurensohn“ ist hier allgegenwärtig, zum Beispiel im Papstwappen gegenüber dem Stadtpalast. Und er war eher ein Papstsohn zu einer Zeit, als Papst Alexander VI. die Kirche zur Hure der Macht degradierte und den Vatikan zu einem Familienbetrieb. Auf einem Schlachtfeld vor den Toren Vianas fand Cesare Borgia, der Mörder, der es fast bis zum Papstthron geschafft hätte, seinen frühen – und doch viel zu späten Tod. „Und falls es eine Hölle gibt, wird er dort noch heute brennen“, urteilt Cayetana gnadenlos.



Dann will sie ganz schnell weiter, als ob allein der Name Borgia eine Allergie gegen den Ort ausgelöst hätte. Es ist noch bewölkt, aber der Regen hat aufgehört und eine kunstvoll in Blau gesprühte Santiago-Muschel grüßt die Pilger zum Abschied von Navarra, bevor man offiziell die Grenze zu La Rioja, dem berühmtesten spanischen Weinanbaugebiet überschreitet und in der Hauptstadt ankommt.

Cayetana ist so voll euphorischer Erwartung, ich hoffe nur, sie wird nicht enttäuscht von Logroño. Ich weiß ja nicht, welche Wunder sie sich erhofft. Was soll schon anders sein? Die Herbergen und Kirchen werden größer sein als in den Dörfern. – Aber Logroño wird uns nicht enttäuschen. Zwar bietet die Rioja-Hauptstadt keine Mega-Monumente wie Burgos, León oder Santiago, präsentiert sich aber als sehr sympathische Schlemmer-Metropole. Schon am Ortseingang grüßt ein riesiges Graffito von einer Hauswand: „El Camino de Santiago se hace por Etapas“ („Den Jakobsweg absolviert man in Etappen“). Dabei ist das E von Etapas durchgestrichen, daraus wird also Tapas. Und illustriert wird dieses genießerische Motto durch eine durchaus feiste, von Weinreben umrankte Hand, die einen Spieß mit kleinen Köstlichkeiten wie ein Banner empor hält. Hier versteht man zu leben. Von Tapa zu Tapa – schlemmend dem großen Ziel entgegen.



Nicht umsonst belegte das unscheinbare Logroño in den 90er Jahren bei einer Untersuchung der renommierten Tageszeitung EL PAÍS über Lebensqualität in spanischen Städten einen der drei ersten Plätze. Es ist eine grüne Stadt mit wenig Industrie, mit der angeblich besten Luft aller spanischen Provinzhauptstädte, vielen Sport- und Freizeitmöglichkeiten, köstlichem Essen und natürlich dem besten Wein der Welt. Um das Premium-Produkt der Region wird ein Kult getrieben und zahlreiche Schaufenster sind dekoriert mit Magnumflaschen vom Rotwein der besten Jahrgänge und Erzeuger.

Das Epizentrum der kulinarischen Genüsse der Rioja befindet sich in einer in ganz Spanien berühmten Restaurantmeile – der Calle Laurel. Cayetana würde am liebsten sofort dorthin marschieren. Aber erstens ist es mit 12 Uhr noch viel zu früh fürs Mittagessen, zweitens ruft zunächst die Pilgerpflicht: die Glocken der Kathedrale laden uns ein. Wir betrachten die schöne Fassade mit den eleganten barocken Zwillingstürmen. Innen hat die Kathedrale eine spätgotische Struktur, während Dekoration und Altäre der Seitenkapellen eher barock sind. Insgesamt hat sie im Vergleich mit anderen spanischen Kathedralen (Sevilla, Burgos, Toledo) nicht viele Kunstschätze zu bieten. „Total leer“, meckert Cayetana prompt – vielleicht auch nur, um Beten und Besichtigung abzukürzen, und sich von weltlichen Gelüsten lenken zu lassen.



Als unser Gepäck in der Herberge verstaut ist, marschieren wir zur Calle Laurel, wo die Bedürfnisse der Seele draußen bleiben müssen und alles von den Launen des Leibes beherrscht wird. Ein Paradies der Gaumenfreuden. Nach guter Sevillaner Tradition drängen wir uns in die Bar, die schon am vollsten ist und erobern eine Handbreit Raum – gerade genug, um einem der Barmänner zu winken. Mir ist ganz schwindelig, noch bevor ich überhaupt bestellt habe. An einer hohen Wand türmen sich Hunderte von Rioja-Flaschen mit verheißungsvollen Namen, die meisten habe ich noch nie gelesen. Die Auswahl ist erschlagend. Und als der Kellner mich nach meinem Wunsch fragt, sage ich das Blödeste, was man in diesem Weintempel mit dem Namen „D.O. Laurel“ überhaupt sagen kann: „Ich hätte gern einen richtig guten Rioja.“



Der Barmann grinst, dann muss er lachen: „Also, wir haben natürlich nur richtig supergute Riojas…“ Ob er mir etwas empfehlen könnte? „Nein“, sage ich trotzig und bestelle einen Marqués de Alvar, um zu stolz zu demonstrieren, dass ich sehr wohl ein Kenner bin. „Auf jeden Fall!“, bittet Cayetana eine Spur zu laut und zwickt mich dabei in den Arm. Während der Kellner gekonnt unsere Gläser füllt, flüstert Cayetana mir völlig aufgeregt zu: „Jetzt guck doch mal…“ Ich entgegne, ich würde ja schon die ganze Zeit gucken, ob ich in den Regal-Kilometern noch einen besseren Wein entdecken könnte. „Aber nein, nicht die Flaschen – auf IHN!“ Ich hätte es mir denken können, aber erst jetzt registriere ich ihren selig lächelnden Gesichtsausdruck. So muss die heilige Theresa von Ávila inmitten ihrer mystischen Ekstase ausgesehen haben. Aber die widmete ihre Gefühle immerhin Jesus und nicht – einem unbekannten Barmann.

Bei näherer Betrachtung muss ich zugeben, dass er wirklich gut aussieht: groß gewachsen und sehr dunkle Haut, fast wie ein Mulatte, mit fast schwarz glänzenden Augen und einem Lächeln, dessen Wirkung er sehr geübt einzusetzen weiß. Das kann ein anstrengender Abend werden. „Welchen Rioja trinkst Du da eigentlich?“, versuche ich das Thema wieder auf den Wein zu bringen. „Baigorri de Garage – die Empfehlung von IHM… Hast Du den Blick gesehen?“ Mit „diesem Blick“, der angeblich nur ihr galt, beschenkt der Beau im schwarzroten Baigorri-T-Shirt alle Kunden, die seine Theke belagern und seine Empfehlung befolgen. Auch ich folge ihr nun und bestelle die Geschmacksexplosion der Baigorri-Reserva, was er mit zufriedenem Lächeln quittiert (zufällig ist es auch der teuerste Wein im Regal).



„Darf es auch für Dich noch etwas sein?“, wendet er sich mit einem tiefen Blick aus schwarzen Augen an Cayetana, die vor Aufregung kaum einen Ton hervor bringt, immerhin einen weiteren Knopf ihrer Bluse öffnet und sich endlich mit heiserer Stimme zu einem „Nochmal dasselbe“ durchringt. Ich befürchte, dass sie im nächsten Augenblick wie hypnotisiert vom Barhocker gleiten könnte. Bevor sie das vierte Glas bestellen kann, mahne ich energisch zum Aufbruch: „Wir müssen morgen um 6 Uhr aufstehen und über 30 Kilometer schaffen!“ Ich muss sie fast unter Gewaltaufwendung aus der Bodega zerren, kann aber nicht verhindern, dass sie ihre Handy-Nr. auf einem Zettel unter dem leeren Glas hinterlässt.

Kurz bevor wir die Herberge erreichen, verkündet Cayetana plötzlich in die Abenddämmerung hinein: „Ich bleibe hier! Ich geh morgen nicht weiter!“ Sie meint es natürlich todernst. Ich bin eigentlich zu müde für diese Diskussion. „Mein liebes Kind, und was soll ich dann Deinen Eltern erzählen?“ „Sag ihnen einfach, ich bleibe im Paradies!“ – „Das Paradies gibt es nicht in diesem Leben. Und diesen Weg darf man nicht abbrechen, wir müssen ihn bis zum Ende gehen! Außerdem: glaubst Du im Ernst, dass Du bei diesem Baigorri-Schönling eine Chance hast?  Der macht doch jeder schöne Augen…“

Schweigend gehen wir ein paar hundert Meter weiter, dann mache ich ihr einen gewagten Vorschlag: „Also wenn er bis morgen früh um 7 anruft oder eine SMS schickt, darfst Du hier bleiben – falls nicht gehen wir morgen um 7 weiter.“ Zu meiner großen Überraschung ist sie nach kurzem Zögern einverstanden. Und ich bin sehr erleichtert, dass ihr Handy stumm bleibt, obwohl sie es die ganze Nacht in der Hand hält. Nachdem sie endlich eingeschlafen ist, träumt sie davon, durch die Wüste zu gehen und plötzlich vor einer turmhohen Weinflasche zu stehen. Eine riesige weiße Hand bringt die Flasche zum Umkippen, doch dann sprudelt nicht Wein, sondern Wasser aus ihr heraus.

Text + Fotos: Berthold Volberg

Tipps und Links:
www.bodegasbaigorri.com

Etappe von Torres del Río nach Logroño: 21 Km
Guía Turística de Logroño

Unterkunft in Logroño:
Städtische Pilgerherberge, C. Ruavieja 32, Tel. 941-248686: Küche, Waschmaschine, Trockner, Internet, Terrasse. Übernachtung 8 Euro. Schließt schon um 21.30.
Daher sollte man evtl. überlegen, stattdessen eine günstige Pension im Stadtzentrum zu nehmen:
z.B. Hostal „La Redonda“, C. Portales 21, Tel. 941-272409, nur einen Steinwurf von der Kathedrale entfernt, kleine, einfache Zimmer, EZ 25 Euro

Verpflegung in Logroño: www.callelaurel.org/
In der berühmten Calle Laurel ist jedes Haus eine Bar/ein Restaurant und mittags und abends gibt es hier zwar keine Pilgermenüs, aber Tapas vom feinsten für jeden Geschmack und jede Menge vom besten Wein der Welt – alles aufgrund des großen Angebots zu moderaten Preisen. Nicht durch die große Menschenmenge abschrecken lassen: im Gegenteil am besten genau dorthin, wo die meisten sind. Zwei selbst ausprobierte Empfehlungen:
„Taberna del Volapie“, C. Laurel 4: eine andalusische Tapas-Bar in der Rioja, sehr freundliche Bedienung, weniger hektisch als in vielen anderen Bars der Straße und wohl die einzige hier, die mehr Fischspezialitäten als Fleisch und auch nicht nur Rot- sondern auch andalusische Weißweine anbietet
„D.O. Laurel“: ein Tempel, an dem kein Rotwein-Freund vorbei gehen darf. Ausgesuchte, teils deftige Köstlichkeiten werden hier begleitet von den erlesensten Produkten der alten Weinberge der Bodegas Ramón Bilbao oder Baigorri – hier finden selbst Rioja-Kenner noch Namen, die sie vorher nie gelesen haben und wer mal „Baigorri de Garage“ getrunken hat, muss erkennen, dass die Riojanos ihre allerbesten Weine gar nicht exportieren, sondern einfach selbst trinken. Der „Baigorri de Garage“ (Gran Reserva) ist vielleicht der beste Wein, den ich überhaupt je getrunken habe.

Kirchen:
www.arteguias.com/catedral/logrono.htm
Kathedrale Santa María de La Redonda, Logroño, Geöffnet: Mo. – Sa. 8.00 – 13.00 und 18.00 – 20.45, So. 9.00 – 14.00 und 19.00 – 20.45 Uhr (eine der wenigen spanischen Kathedralen, für die man keinen Eintritt zahlen muss)
Iglesia de Santiago, Logroño: im Ortszentrum, Geöffnet: täglich 8.30 – 13.00 und 18.30 – 19.30 Uhr

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: spanien]





[art_2] Brasilien: Papamania an der Copa (Bildergalerie)
Der neue Papst in Rio de Janeiro
 
Der Weltjugendtag 2013, kurz WJT, in Rio de Janeiro entwickelte sich vom Organisationschaos zu Papstfestspielen. In den ersten drei Tagen regnete es ununterbrochen bei für Rio ungewöhnlich niedrigen Temperaturen. Dazu brach streckenweise das öffentliche Transportsystem der Millionenstadt zusammen. Am Ankunftstag des Papstes lieferten sich zudem Polizisten und Demonstranten eine Straßenschlacht vor dem Gouverneurspalast.
 
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Die Stimmung beim Besuch des argentinischen Papstes Franziskus an der Copacabana war trotz allem sensationell. Pilger aus 180 Ländern bevölkerten den legendären Strand, einige wahnsinnige Nordeuropäer gingen bei 12 Grad sogar im Meer baden. Ohne Worte!
 
Schließlich mussten die Veranstalter die beiden Schlussevents im 50 Kilometer außerhalb von Rio gelegenen Guaratiba absagen ? das dortige Papstfeld hatte sich dank des Dauerregens in eine Schlammwüste verwandelt. Gleichzeitig mit der Ankündigung der Verlegung der Events an die Copacabana riss die Wolkendecke auf. Rio zeigte sich von seiner schönsten Seite.
 
Nun entwickelte sich der WJT zu einer Beachparty. Streng katholisch, natürlich. Nonnen wagten sich bis zu den Knien ins Meer, Jugendliche verbrachten ganze Tage in den Wellen. Am Sonntag bevölkerten rund drei Millionen Menschen die Copa, während der Papst die Abschlussmesse zelebrierte.
 
Wir haben Euch die besten Bilder der katholischen Festspiele aus Rio mitgebracht. Viel Spaß!

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Fotos: Thomas Milz

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: brasilien]





[art_3] Mexiko: Ek Balam – Schwarzer Jaguar (Bildergalerie)
 
Keine 30 Kilometer von Valldolid entfernt – auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán – liegt die nicht nur wegen des Akropolis genannten Gebäudes 1, das als das größte erhaltene Gebäude der Maya-Kultur im Norden der Halbinsel Yucatán gilt, beeindruckende Ausgrabungsstätte Ek Balam (Schwarzer Jaguar).

Es heißt, Ek Balam war Teil des Reiches Talol und dessen Gründer hätte den Namen Ek' Balam oder Coch Cal Balam getragen. Weitaus interessanter war aber wohl Ukit Kan Lek Tok', der Erbauer von Sac Xoc Naj (Weißes Haus des Lernens) bzw. des Gebäudes 1. Seine sterblichen Überreste fand man auf Niveau 4 der Pyramide hinter dem sogenannten Schlangenmaulportal. Der sechs Stockwerke umfassende Bau ragt 31 Meter in die Höhe, misst 160 Meter in der Länge und 70 Meter in der Breite und umfasst soweit bekannt 72 Räume.

Aber auch alle weiteren Merkmale, die Ek Balam mit anderen großen Mayastätten teilt wie die monumentale Architektur, Stelen, Schlangenhieroglyphen, Stein-Skulpturen, ein Ballspielplatz, ein weitläufiges Straßennetz (Sacbé) sowie in Stein gemeißelte Hieroglyphen beeindrucken den Besucher vor Ort.

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Fotos: Sönke Schönauer

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: mexiko]





[art_4] Kuba: Ein wahrhafter Sonero
 
Die orangefarbene, warme Fassade des Wasserschloßes Rheydt bietet eine wunderbare Kulisse für den Auftritt der Soneros de Verdad an diesem Abend. Im Rahmen des Festivals "Sommermusik" treten die Kubaner auf und versetzen die rund 1.000 Zuhörer schon bald in Schwingungen. Erst zaghaft, dann aber mit umso mehr Schwung tanzt ein Teil des Publikums zu den karibischen Klängen. Das freut Sänger Luis Frank Arias, der ohnehin vom deutschen Publikum begeistert ist, wie er im Interview berichtet.

Soneros de Verdad
Un, dos, tres de Soneros
Connector Rec.

Es heißt in eurer Werbung, ihr seid die "2. Generation von Buena Vista". Was bedeutet das für eure Musik?
Der Buena Vista Social Club (BVSC) hat den weltweiten Boom der kubanischen Musik ausgelöst. Wir wollen damit sagen, das in unserer Gruppe die besten Musiker der heutigen Generation sind, die diese Musik machen. Außerdem haben viele Musiker, die beim BVSC waren, auch in dieser Gruppe gespielt, die mit über 20 Jahren Existenz auch schon eine "historische" Band ist. Und ich selbst bin ja auch mit dem BVSC getourt. Wir geben Konzerte rund um den Globus und somit haben die Soneros de Verdad sozusagen das Erbe des BVSC angetreten.

Auf der neuen CD zählt jemand den Titelsong auf Deutsch an, "Eins, Zwei, Drei"…?
Das bin ich. Ich mag das deutsche Publikum sehr. Es hat ein Gespür für gute Musik. Die Deutschen lieben uns. Sie tanzen, aber vor allem singen sie die Lieder mit, obwohl ein Großteil von ihnen gar kein Spanisch spricht. Ein interessantes Phänomen. Was hier funktioniert, funktioniert im Rest der Welt auf jeden Fall.



Mario Rivera kommt von der Gruppe Los Van Van? Ist bei Euch nun auch der Einfluss moderner Stile wie der Timba größer?
Mario ist momentan einer der erfolgreichsten Sänger Kubas und auch Lateinamerikas, mit verschiedenen Grammys ausgezeichnet. Es ist eine wunderbare Kombination, denn er ist jünger als wir und bringt neue Erfahrungen mit in die Band. Aber ich denke nicht, dass wir nun mehr Timba spielen, obwohl die kubanische Musik ja ohnehin eine große Mischung ist…

Und, auf der CD gibt es – wie sonst üblich – keine Interpretation von kubanischen "Klassikern"
Weil wir wollen, dass diese Lieder zu Klassikern werden (lacht!)

Was ist der Unterschied für Dich zwischen den Soneros de Verdad und dem auf Kuba auch sehr bekannten Orquesta Revé, in dem Du früher gespielt hast?
Neben den Reisen liegt der Unterschied vor allem in der Präsentation der Musik und in den Texten. Wir spielen den Son expressiver, kräftiger und bei den Texten legen wir Wert auf mehr Tiefe und andere Themen.

Es sind fast alle Titel von Dir oder Mario Rivera geschrieben. Was ist für Dich das Wichtigste, wenn Du schreibst?
Ich fange mit dem Text an. Auf dieser CD gibt es z.B. "Cancion de Luisa". Das ist meiner einjährigen Tochter gewidmet. Als sie geboren wurde, war gerade mein Vater gestorben und ich sehe das als göttliche Lenkung an. Ich verliere meinen Vater und bekomme eine Tochter, die nun mein Leben ist. Davon handelt der Text.

Hat sich eigentlich durch die letzten Reformen auf Kuba das Leben der Musiker vereinfacht?
Kuba durchläuft eine interessante Metamorphose, die Zeichen stehen auf Veränderung. Und auch für Musiker wirkt sich das positiv aus. Viele gute Musiker, die früher nicht reisen konnten oder durften, können das jetzt. Für die Berühmteren, wie uns, war das selten ein Problem, aber die anderen sind oft an der Bürokratie gescheitert. Man brauchte unzählige Formulare, ausländische Einladungen usw.

Und die Produktionsbedingungen?
Da hatten wir auch Glück, denn wir sind ja bei Termidor unter Vertrag. Aber für andere war es schwierig und teuer, und das ist auch heute noch so.

Text + Fotos: Torsten Eßer

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: kuba]




[kol_1] Erlesen: Pata negra vs. Schwarzer Mohn
 
Der Juli war erlesenstechnisch ein echter Reinfall. Zunächst kämpfte ich mich durch Pata Negra von Eduard Freundlinger. Außer dem Titel war an dem Krimi so gar nichts prickelnd. Zwei Brüder aus Bayern reisen nacheinander in das selbe *****Hotel in einem südspanischen Küstenort. Der erste wird vergiftet, der zweite klärt auf. Er ist damit Protagonist, entpuppt sich aber leider als furchtbarer Langweiler.

Pata Negra
Autor: Eduard Freundlinger

Taschenbuch: 432 Seiten
Verlag: Piper (November 2012)
ISBN-10: 3492301118 / ISBN-13: 978-3492301114



Seine Gefühle kreisen um sein noch nicht abgeschlossenes Priesterseminar, den bekannten unbekannten Bruder und die von Schicksalsschlägen gezeichnete Rezeptionistin, wobei aber keinerlei interessante, konfliktgeladene Auseinandersetzung mit den christlichen, melancholischen und lüsternen Gedanken entsteht. Vielleicht hätte ihm zusätzlich die Deppenrolle ein wenig Sympathie einbringen können. Doch diese schreibt der Autor der andalusischen Kleinstadt-Polizei zu, die noch weniger als gar nichts von ihrer Arbeit versteht. Witz und Spannung mag dadurch in das dahinplätschernde Drama jedoch keinen Einzug halten.

Fazit: Ich hätte, anstatt auf den Titel, auf das an Hässlichkeit kaum zu überbietende mit Schinken-Stillleben bebilderte Cover achten sollen.


Froh, die Pata Negra endlich zur Seite legen zu können, nahm ich mit riesigen Erwartungen Schwarzer Mohn zur Hand. Das Erstlingswerk Daniel Vázquez Sallés, Sohn des brillanten Manuel Vázquez Montealban. Schöpfer der Kultfigur Pepe Carvalho.

Gleich zu Beginn nährt sich die Hoffnung, dass das Genie aus Katalonien in seinem eigen Fleisch und Blut weiterlebt: In einem kleinen exquisiten Restaurant in Barcelona beschwört ein ungebetener Gast in Windeseile die dunkle Vergangenheit des phänomenalen Kochs herauf.

Schwarzer Mohn
Autor: Daniel Vázquez Sallés

Taschenbuch: 272 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (August 2007)
ISBN-13: 978-3404-92265-9



Doch das war’s schon mit der Herrlichkeit: Nur wenige Seiten später folgt die schmerzliche Einsicht, dass Daniel bei weitem (noch) nicht an seinen Papa in Sachen Idee, Spannung, Melancholie, Sprachwitz und vor allem Genialität seiner Figuren heranreicht.
Er vermittelt platte Lebensweisheiten:

Elena meinte zwar, dass wir jetzt frei von der Vergangenheit wären, aber Elena ist noch sehr jung, und im Laufe der Jahrzehnte wird auch sie begreifen, dass man sich von seiner Vergangenheit niemals frei machen kann.

Und versucht sich an Philosophischem – muss aber, wohl selbst schon ahnend, dass Papa Manuel in anderen Sphären schreibt, zum stilistischen Mittel der gegenseitigen Beweihräucherung seiner Charaktere greifen:

Die Macht ist wie ein Fluss, der sich vor jedem Hindernis verzweigt, um auf vielen Wegen ins Meer zu münden. – Sagt der Böse, während er den Guten und einstigen Weggefährten aus Geheimdienstzeiten der Folter aussetzt.

Curtis’ Philosophische Sentenz gefiel mir. – Denkt im nächsten Satz der Gute mitten im Todeskampf über die Worte des Bösen.

Schon nach drei winzigen Zitaten drängt sich der Gedanke auf, dass der Thriller an der Qualität der Übersetzung leide. Bilder wie das folgende jedoch lassen Gegenteiliges vermuten, zumindest wird offensichtlich, dass die beiden Übersetzer keine alleinige Schuld tragen:

Mit dem Lauf meiner P7 zeichnete ich Curtis Gestalt, die jetzt in einer Lache aus weißen und roten Blutkörperchen schwamm [...] nach.

Zuviel Pommes rot-weiß verdirbt den Schreibstil – und das in Barcelona.

Was sonst noch passiert: Barcelona hat als Schauplatz nach der ersten Kampfhandlung des Kochs ausgedient. Es folgt eine Jagd durch Frankreich und Deutschland mit Abstechern in das Russland zum Ende des Kalten Krieges. In München schließlich killt der Koch den Kopf seiner Widersacherbande, den Kleinphilosophen Curtis. Und rettet damit nicht nur sich, sondern vor allem Tochter Elena das Leben. Was der Koch bis zuletzt nicht wusste: Der ungewollte Gewalttrip in die Vergangenheit war von unsichtbarer Hand inszeniert.

Fazit: Das geht einfach nicht. Hinrichtungen, bei denen lustige Lieder strophenweise zitiert werden wie Those were the days, my friend. Trug und Verrat mit Tod und Folter, der nach den ersten zehn Zeilen von Just like a woman versöhnlich in Vergessenheit gerät. Das ganze Lieder und Gedichte zitieren gepaart mit einem langweiligen und schlechten Stil und einer mäßigen Story. Das geht einfach nicht.

Somit war der Juli 2013 erlesenstechnisch ein echter Reinfall. Und bevor ich jetzt anfange durch das Zitieren von kölschen Karnevalsliedern, den Ernst der durchlebten sommerlichen Kriminal-Roman-Lage aufzuweichen, mach ich’s kurz: Nicht kaufen.

Text: Dirk Klaiber
Foto: amazon

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: erlesen]





[kol_2] Amor: Wortspiele und Lebensweisheiten (Teil 13)
 
Original: No es tan fiero el león como lo pintan.
Wortwörtlich: Der Löwe ist nicht so wild, wie er gemalt wird.
Sinngemäß: Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.



Original: A Dios rogando y con el mazo dando.
Wortwörtlich: Zu Gott betend und mit dem Hammer gebend.
Sinngemäß: Nach oben buckeln, nach unten treten.

Original: No tener vela en este entierro.
Wortwörtlich: Keine Kerze bei diesem Begräbnis haben.
Sinngemäß: Nichts zu melden haben.

Original: El amor entra por la cocina.
Wortwörtlich: Die Liebe hält Einzug durch die Küche.
Sinngemäß: Liebe geht durch den Magen.

Original: Hay que consultar la almohada.
Wortwörtlich: Man muss das Kopfkissen konsultieren.
Sinngemäß: Eine Nacht drüber schlafen.

Original: ¿Dónde va Vicente? Donde va la gente.
Wortwörtlich: Wohin geht Vicente? Dahin, wo die Leute hingehen.
Sinngemäß: Mit dem Strom schwimmen.

Original: Estar como abeja en flor.
Wortwörtlich: Wie die Biene in der Blume sein.
Sinngemäß: Sich fühlen wie die Made im Speck.

Original: Más vale malo conocido que bueno por conocer.
Wortwörtlich: Lieber das bekannte Übel, als das ungewisse Gute.
Sinngemäß: Da weiß man wenigstens, was man hat.



Original: A los bobos se les aparece la madre de Dios
Wortwörtlich: Den Dummen erscheint die Mutter Gottes.
Sinngemäß: Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln.

Text: Camila Uzquiano
Fotos: Dirk Klaiber

Und weitere Wortspiele und Weisheiten:
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 1
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 2
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 3
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 4
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 5
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 6
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 7
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 8
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 9
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 10
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 11
Wortspiele und Lebensweisheiten Teil 12

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: amor]





[kol_3] Macht Laune: Biographie eines Sehnsuchtsortes
Dawid Danilo Bartelts Buch Copacabana
 
"Copacabana, das ist Musik in Farbe." So beginnt eines der interessantesten Bücher der letzten Jahre über Brasilien. Copacabana – Biographie eines Sehnsuchtsortes von Dawid Danilo Bartelts gibt dem Leser dabei viel mehr, als der Titel suggeriert.

Natürlich erklärt Bartelt, woher der seltsam klingende Name des berühmten Strandes kommt, erzählt, wieso die Besiedlung des heute weltbekannten Stadtteils von Rio de Janeiro erst spät, nämlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts, begann. Er lässt uns hinter die Entstehung des Bossa Nova blicken, präsentiert die architektonischen Finessen des Häusermeers und natürlich den Körperkult der Sonnenhungrigen.

Copacabana. Biographie eines Sehnsuchtsortes
Autor: Dawid Danilo

Taschenbuch: 208 Seiten
Verlag: Klaus Wagenbach (Mai 2013)
ISBN-10: 3803127092 / ISBN-13: 978-3803127099



Gleichzeitig gelingt es dem Autor aber auch, die Geschichte Brasiliens zu erzählen; er klärt uns über die Eigenheiten des brasilianischen Nationalcharakters auf, über die Entstehung der heute allgegenwärtigen Favelas und die unsichtbaren Gesellschaftsgrenzen zwischen Strand und Asphalt.

Als Krönung präsentiert Bartelt zum Abschluss noch die wahren Helden der Copa: die Porteiros, die tagein tagaus an den Eingängen der Wohnblocks Dienst schieben, meist arme Migranten aus dem Nordosten, ohne die man als Carioca, also in Rio geborener Mensch, oder als Zugereister vollkommen aufgeschmissen wäre.

Bartelt kennt sich aus. Er studierte unter anderem in Recife, promovierte über den Canudos-Krieg von 1897, bevor er Jahre lang für Amnesty International tätig war. Seit drei Jahren leitet er zudem das Brasilienbüro der Heinrich-Böll-Stiftung. Einen kompetenteren deutschsprachigen Brasilienkenner zu finden, ist schwierig. Wer die Copa gut kennt, wird viel Neues erfahren. Wer sie erst noch kennenlernen möchte, dem sei dieses Buch als Appetitmacher wärmstens empfohlen.



Erschienen ist das Buch in der Reihe Brasilien bei Wagenbach. Der Klaus Wagenbach Verlag veröffentlicht zu fairen Preisen wichtige Literaturbeiträge zu dem südamerikanischen Land. Zu den Autoren der Reihe zählen Schriftsteller wie Rachel de Queiroz, Graciliano Ramos, João Ubaldo Ribeiro und João Guimarães Rosa. Also (fast) alles, was in Brasilien Rang und Namen hat.

Text + Foto: Thomas Milz

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: macht laune]





[kol_4] Lauschrausch: Sommerliche Klänge aus Kuba
 
Luis Frank Arias und seine Soneros de Verdad treten nach eigener Aussage das Erbe des Buena Vista Social Club an. Es ist aber immer schwierig – auch wenn die personellen Verflechtungen zwischen beiden Gruppen vielfältig waren – eine Gruppe zu beerben, die einen Trend begründet hat und aus einzigartigen "Typen" mit legendären Biographien (vieles ist denn auch Legende!) bestand. Lassen wir also diesen Vergleich und hören uns die Musik an, die bis auf vier Titel aus Eigenkompositionen besteht. Auf "Un, dos, tres de Soneros" gehen die meisten Stücke in die Beine, denn die Gruppe präsentiert den Son kraftvoll und mitreißend.

Soneros de Verdad
Un, dos, tres de Soneros
Connector Rec.

Die Balladen ("Cenizas", "Cancion de Luisa", "Santiaguera bonita") fallen durch nachdenklichere Texte auf, wie auch insgesamt mehr Wert auf die Texte gelegt wird, wobei der romantische Anteil nicht zu kurz kommt. Seine schöne Hommage an Cuba ("Cuba en mi corazon") nimmt man Luis Frank ab, wenn man seinen rechten Arm betrachtet . Alles in allem ein tanzbares, unterhaltsames Album ohne große Überraschungen.


"Der jugendliche und in ganz Lateinamerika beliebte Sänger Mario Rivera ("Mayito") macht auf seinem Album keinen Hehl aus seiner Vorliebe für Frauen: Diana, Lorena und sogar Shakira werden besungen (letztere hat den Song wohl nicht gehört, denn sie hat einen anderen geheiratet), ebenso wie in "Rio seco" seine Heimat Pinar del Rio, einer der schönsten Titel auf der CD.

Soneros de Verdad present Mayito Rivera
Alma de Sonero
Connector Rec.

In "Tributo" präsentiert er dann in Kürze viele wichtige Namen der kubanischen Folkloremusik, um seine Vorgänger zu ehren und natürlich deren Einfluss auf seine Musik zu dokumentieren. Bis auf "Mi primer amor", das gruselig kitschig daherkommt, auch hier ein tanzbares und zugleich angenehmes Album für den Sommerabend auf der Terrasse.

Text: Torsten Eßer
Cover: amazon

[druckversion ed 08/2013] / [druckversion artikel] / [archiv: lauschrausch]





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Redaktion Spanisch: Berthold Volberg
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