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[kol_2] Grenzfall: Die Magier der Zeit
Anmerkungen zum Maya-Kalender

Das Volk der Maya besaß erstaunliche Kenntnisse über Astronomie und Mathematik. Es verwendete ein ausgeklügeltes Kalendersystem und konnte astronomische Ereignisse wie Sonnenfinsternisse exakt voraussagen.

Unsere Ausdrucksform für die Ordnung der Zeit ist der Kalender. In der westlichen Welt wird der Gregorianische Kalender verwendet, welcher auf dem solaren Jahr basiert und als Zählsystem die 12:60er Einheiten verwendet. Die Ursprünge des 12:60er Zählungsmusters wurden bereits um etwa 3000 v. Chr. begründet. Zu diesem Zeitpunkt unterteilten die Ägypter den Kreis in 360 Grad mit zwölf gleichen Teilen zu je 30 Grad und legten dadurch den Grundstein für die zwölf Häuser des Zodiak, sowie auch die traditionelle westliche Astrologie und den 12-Monats-Kalender gelegt. Nachdem 12 Monate zu je 30 Tagen nur 360 Tage ergaben, wurde eine weitere Reinigungsepoche von 5 speziellen Tagen angehängt, um so das solare Jahr zu vervollständigen. Das System des in zwölf gleiche Teile geteilten Kreises von 360 Grad, als eine Annäherung an oder sogar als Ersatz für die Mondzyklen, breitete sich um etwa 1500 vor Christus nach Indien und China aus. Von Babylon und Ägypten aus verteilte sich die "Zwölferteilung des Kreises" nach Griechenland und dann nach Rom. Etwa um 1500 v. Chr. war der Kalender bekannt als der Julianische Kalender und basierte auf den 365,25 Tagen des synodischen Jahres. Der Gregorianische Kalender hingegen fußt auf dem tropischen Jahr, das mit 365,2422 Tagen rechnet. Unser heutiger Kalender ist von vielen Ungenauigkeiten bestimmt und besitzt keine gleichmäßigen Messeinheiten. Dies wird beispielsweise in den unterschiedlich langen Monaten und der Notwendigkeit der Schalttage deutlich.

Das Volk der Maya lebte nach einem solar-lunaren Kalender, dem so genannten 13-Monde-Kalender. Viele alte Kulturen wie die Kelten und die Germanen haben diesen Kalender ebenfalls benutzt.

Grundsätzlich basiert ein lunarer Kalender auf den synodischen Zyklen des Mondes (von Neumond zu Neumond). Ein synodischer Zyklus misst den Mond von der Erde aus gesehen. Hierbei dreht sich der Mond alle 29,5 Tage um seine eigene Achse. Deswegen sehen wir auch immer nur eine Seite des Mondes. Es existieren aber auch noch andere Berechnungen für einen Mondzyklus. Der siderische Zyklus wird von dem Punkt am Himmel gemessen, an dem der Mond erscheint bis zu seinem Wiedererscheinen an eben diesem Punkt. Dies entspricht 27,33 Tagen. Weitere Mondzyklen sind beispielsweise der Mondzyklus mit 27,32 Tagen (entspricht der äquatorialen Mondumlaufphase) oder der drakonische Mondzyklus mit 27,2 Tagen (Zeitabschnitt, den der Mond braucht um an denselben Mondknoten (was ist das?) zu kommen). Der Mittelwert dieser unterschiedlichen Berechnungen liegt bei 28 Tagen.

Mit dieser Einheit rechnet auch der 13-Monde-Kalender der Maya. Somit ergeben sich 13 Monde zu je 28 Tagen, was genau 364 Tagen entspricht. Der "übriggebliebene" Tag wird als "Grüner Tag" oder "Tag außerhalb der Zeit" bezeichnet und ist prinzipiell der Jahresbeginn im Rahmen dieser Zeitrechnung. Der Extra-Tag liegt um den 26.7., ganz genau ist dies nicht zu bestimmen. Der Zeitraum vom 23.7. bis 28.7. wurde früher als "Hundstage" bezeichnet. In diesen Tagen hat Sirius B (der Siriuskomplex steht im Sternbild des Hundes) eine unmittelbare, auch messtechnisch nachweisbare Ausstrahlung auf die Erde, wovon alle alten Hochkulturen Kenntnis hatten.

Die genaue Funktionsweise des Maya-Kalenders ist für die westliche Welt schwer nachvollziehbar. Zeit wird eher als Programm nach fraktalem Muster verstanden und nicht linear wie nach unserem Kalendersystem. Es existieren verschiedene Programmmodule, welche nebeneinander ablaufen und nach unserer Zeitentsprechung unterschiedlich lang sind: Der Ritualkalender der Maya, der Tzolkin, beinhaltet einen Zyklus von insgesamt 260 Tagen. Sein grundsätzlicher Rhythmus wird durch die Taktung 13:20 bestimmt, statt der 12:60er Zählung unseres Systems. Der Sonnenkalender der Maya _ der Haab _ basiert hingegen auf den 365 Tagen des Sonnenjahres. Das jeweilige Datum wird durch eine Kombination von Haab und Tzolkin-Bezeichnung bestimmt. Der kleinste Zyklus innerhalb des Maya-Kalenders ist ein Vierer-Rhythmus, der durch die vier Farben rot, weiß, blau und gelb bestimmt wird. Es folgt der 13er Rhythmus, auch als Welle bezeichnet, der vielleicht am ehesten mit unserer Wochenrechnung vergleichbar ist. Seine Bezeichnungen laufen von eins (magnetisch) bis 13 (kosmisch). Der nächst höhere Rhythmus wird durch die 20er Zählung von IMIX (Drache) bis AHAU (Sonne) definiert. Ein Datum nach dem Tzolkin wäre beispielsweise "roter kosmischer Drache". Eine weitere wichtige Zeiteinheit ist das Zeitschloss, welches sich aus der Kombination der ersten beiden Grundzyklen ergibt und demnach 52 Tage beinhaltet (vier mal 13). Der längste Zyklus im Maya-Kalender beträgt 26.000 Jahre, so lange wie eine Umdrehung unseres Sonnensystems um die Sternengruppe der Plejaden dauert. Die Tibeter, Ägypter, Cherokee und Hopi-Indianer beziehen sich in ihrer Zeitrechnung ebenso auf einen solchen 26.000 Jahre Zyklus. Dieser Zyklus endet nach dem Maya-Kalender am 22.12.2012. Zu diesem Zeitpunkt ereignet sich eine sehr seltene astronomische Konstellation, da die Sonne zur Wintersonnenwende 2012 in direkter Konjunktion mit der Milchstraße stehen wird.

Text: Kristina Willenborg